freikirchenatlas.at ... auch das ist Kirche!

20 Jahre Freikirchenatlas

Nachdem ich vor kurzem gefragt wurde, wie lange ich jetzt schon Webseiten betreibe, und ich keine genaue Antwort darauf geben konnte, habe ich mithilfe der “Wayback Machine”, dem Internet-Archiv, das in unregelmässigen Abständen eine Archivkopie aller Webseiten ablegt, die Geschichte des Freikirchenatlas recherchiert.

Angefangen hat es im Frühjahr 1998, als ich mir in Anlehnung an ein Lied von Larry Norman die Frage stellte, “Why should the devil have all the good technology?” und beschloß, daß ich all die mehr oder weniger nützlichen Seiten, die mir im Worldwide Web unterkamen, um eine Webseite über evangelikale Christen in Österreich ergänzen würde.

Gesagt, getan: Unter der neu registrierten Domain evangelikale.at ging im März 1998 die Seite “Evangelikale Christen in Österreich” online. Ich war damals ziemlich ambitioniert, und wollte soetwas ähnliches wie ein christliches Yahoo! Verzeichnis bauen — vor dem Aufstieg von Google ein kuratierter Index von Webseiten, geordnet nach Kategorien, und für damalige Verhältnisse ziemlich vollständig. So gab es auch auf dieser Seite Kategorien für Gemeinden, Organisationen, Ressourcen, Periodika, Texte, neben erklärenden Artikeln über evangelikale Christen, den Unterschied zu Katholiken und Evangelischen, usw.

Irgendwann stand ich vor dem Problem, daß es zwar evangelikale Christen in der Evangelischen Kirche gibt; daß es dort auch Pfarrgemeinden gibt die mehrheitlich evangelikal geprägt sind, daß aber offiziell gesehen eine evangelische Pfarrgemeinde für alle in ihrem Gebiet wohnhaften, evangelisch getauften Menschen dazusein hatte und sich daher nicht als “evangelikal” deklarieren konnte; mir wurde auch vermittelt, daß man es von Seiten der Evangelischen Kirche nicht schätzen würde, wenn ich eine Pfarrgemeine als evangelikal bezeichnen würde. Deshalb beschloß ich, meine Webseite in Hinkunft auf evangelikale Freikirchen zu beschränken.

Die Domain freikirchen.at war schnell registriert, und im April 2006 ging die Seite “Evangelikale Freikirchen in Österreich” online. Die Ambition, ein “christliches Yahoo! für Österreich” zu schaffen, hatte ich mir bereits abgeschminkt — es war zu schwierig, neben meinem Job und meiner Familie all die Recherche zu betreiben, die dafür notwendig gewesen wäre. Aber es gab jetzt auch eine Info-Seite auf Englisch, für Besucher in unserem Land, und der Gemeindeatlas wurde immer vollständiger.I

Irgendwann in den folgenden sieben Jahren wurde mir klar, daß der Gemeindeatlas den meisten Zuspruch von allen Teilen der Seite erhielt, und so benannte ich die Seite um in “Gemeinde-Atlas” und strich noch ein paar Komponenten. Das Gemeindeverzeichnis wurde immer umfangreicher, und ich wurde einmal sogar eingeladen, den Gemeindeatlas bei einem Leitertreffen der fünf Bünde, die schließliche den Dachverband “Freikirchen in Österreich” bilden würden, vorzustellen. Bei diesem Anlaß schlug jemand vor, ich sollte die Seite doch in “Freikirchenatlas” umbenennen, um die Verwechslung mit einem Verzeichnis politischer Gemeinden auszuschließen.

Der Gedanke blieb hängen, die Umsetzung geschah jedoch erst, nachdem die Freikirchen in Österreich im August 2013 als Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt worden waren. Ich wurde gefragt, ob ich der neuen Kirche die Domain freikirchen.at überlassen würde, und zu welchen Bedingungen. Nachdem mir zugesichert wurde, daß die FKÖ auf ihrer Startseite einen Hinweis und Link auf den Freikirchenatlas plazieren würden, habe ich ihnen die Domain überlassen, und den Freikirchenatlas auf die neue Domain freikirchenatlas.at übersiedelt.

Im September 2018 habe ich nun begonnen, das Erscheinunsbild und auch die dahinter liegende Programmierung des Freikirchenatlas zu überholen, auch mit dem Ziel, ihn eventuell an jemanden anderen zu übergeben, da ich ja auch sterblich bin, und es schön wäre, wenn mich der Freikirchenatlas  überleben würde. Daß dies also im zwanzigsten Jahr seine Bestehens passiert, ist ein angenehmer Zufall.  Gleichzeitig mit der Überarbeitung wird der Freikirchenatlas auch an die neuen Gepflogenheiten, mit https und verschlüsselter  Übertragung, umgestellt,

Außerdem ist es jetzt möglich, daß sich Vertreter von Gemeinden registrieren und den Eintrag ihrer Gemeinde selbst editieren.. Wir werden sehen, welche weiteren Möglichkeiten sich noch ergeben.

 

Wolf Paul